Mittagstisch im Chleehus
«Chasch mau probiere?» ruft der 14-jährige Samuel seinem Kollegen Emerson zu, während Barbara Linder, die Hauswirtschaftslehrerin der 8. Klasse, den dampfenden Kuchen aus dem Ofen nimmt. «Das Kochen für den Mittagstisch gefällt mir gut, aber manchmal ist es mir zu stressig» sagt Jessica eilig und wendet sich wieder den Tellern zu, auf denen sie Melonen kunstvoll herrichtet. Ihre Schulkameraden beginnen unterdessen im Saal des Gemeinschaftszentrums die ersten Menus zu servieren – die Gäste warten schon. Ältere Leute, die sonst alleine zu Hause essen würden, geniessen das Essen im Gespräch mit anderen. Positiv nehmen sie wahr, wie sich die Jugendlichen beim Servieren Mühe geben.Wenn die Schulklasse nicht kocht, liefert das benachbarte Restaurant das Essen. So kann der Betrieb des Mittagstisches garantiert, das lokale Gewerbe eingebunden und Konkurrenzsituationen vermieden werden. Judith Pörksen Roder, Pfarrerin und Elsbeth Michel, sozial-diakonische Mitarbeiterin, koordinieren zwischen der Schule, dem Restaurant und der Freiwilligengruppe. Sie begleiten die freiwilligen Frauen aus dem Quartier. Diese decken die Tische und servieren, waschen ab und räumen auf wenn das Restaurant kocht; sie kassieren und führen die Buchhaltung; sie begrüssen die Gäste und schaffen so einen gemütlichen, gastfreundlichen Rahmen.
Zielsetzung Kontakte im Quartier und zwischen den Generationen werden gestärkt.Die Schülerinnen und Schüler des Hauswirtschaftsunterrichts erhalten eine Plattform, wo sie ihre neu erworbenen Koch- und Servicekenntnisse sinnvoll einsetzen und Anerkennung ernten können.
Stolpersteine Es kommen manchmal spontan mehr Gäste als sich angemeldet haben; dann muss die Hauswirtschaftslehrerin improvisieren oder vom Restaurant, das sich im selben Gebäudekomplex wie das Chleehus befindet, muss noch schnell etwas geholt werden. Die vegetarischen Menus werden manchmal vergessen. Wir hatten erst abgestufte Preise, aber das wurde zu kompliziert. Nun sind wir beim Einheitspreis von 10.- Franken, Vorschulkinder gratis.
Erfolgserlebnisse Es profitieren alle. Für alle ist es «e gfreuti Sach», und es ist erstaunlich, wie leicht es ist, freiwillige Mitarbeiterinnen für das Mittagstisch-Team zu finden. Die Zahl derer, die zum Mittagstisch kommen, hat ständig zugenommen.
Bemerkungen und Hinweise Die Idee zu diesem Projekt ist von verschiedenen Seiten her gekommen: Die Pfarrerin machte bei ihren Besuchen im Quartier die Erfahrung, dass viele Menschen, besonders ältere, ihre Einsamkeit bedauerten und es beklagten, immer alleine essen zu müssen. Im Chleehus wurde das Café Ambiente aufgebaut und dadurch die Idee aufgeworfen, auch Menus anzubieten. Eine der Bedingungen dieses Projekts ist das Engagement der Hauswirtschaftslehrerin. Für sie ist es ein Aufwand, der über ihre Arbeitszeit hinausgeht, so dass das Projekt auch von ihr ein Stück weit Freiwilligenarbeit fordert.
Finanzierung Anerkennung für freiwillig arbeitendes Team. 10.- Franken pro Menu inkl. Dessert und Kaffee, Vorschulkinder sind gratis. 8.- Franken zahlen wir dem Restaurant bzw. der Schule pro Menu. Von den übrigen 2.- Franken pro Menu zahlen wir den Kaffee
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Durchführung 1 mal pro Woche, jeden Donnerstag
Ab: 2001
Bis: laufendes Projekt
Region
Bern
Kontakt
Judith Pörksen Roder, Chleehus 3018 Bern, CH
Trägerschaft Reformierte Kirchgemeinde Bern-Bümpliz
Projektpartner Schule Kleefeld
Restaurant Kleefeld
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Themenbereiche
- Feiern / Festen / Essen
- Arbeitseinsatz / Unterstützung
Begegnungsräume
- Gemeinschaftszentren / Quartiertreff
- Schulen / Ausbildungsorte
- Kirchliche Begegnungsorte
Erfasst
22.07.2003 generationen.ch
Projekt-ID
59
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