Seminararbeit Praktische Theologie bei Prof. Ralph Kunz, Universität Zürich
Kirchgemeinden als Begegnungsort zwischen den Generationen
Susanne Zoller, Bergstrasse 8, 9445 Rebstein
Zusammenfassung
Die Arbeit nähert sich dem Thema «Kirchgemeinden als Begegnungsort der Generationen» in drei
Schritten. Im ersten Teil wird die gesellschaftliche Situation analysiert. Da voraussichtlich immer mehr ältere
Menschen immer mehr jungen Leuten gegenüberstehen werden, reden insbesondere die Medien von einem drohenden
Generationenkonflikt. Die neuere soziologische Forschung differenziert, indem sie zeigt, dass viele Menschen die
Beziehungen zu Leuten anderen Alters als solidarisch erleben. Generationenbeziehungen sind von ambivalenten
Gefühlen geprägt: Nähe und Distanz halten sich die Waage. Es lässt sich zeigen, dass sich das Bild
von der anderen Generation verbessert, je mehr eine Person Kontakte zur anderen Generation pflegt. Es ist deshalb
wichtig, dass dem Trend zur Segregation der Altersgruppen entgegengewirkt wird.
Im zweiten Teil wird aufgezeigt, dass die Kirchgemeinden oft auf innerfamiliäre und altersgruppenorientierte
Gemeindearbeit ausgerichtet sind. Die Kirchgemeinden mit ihren personellen und räumlichen Ressourcen bieten sich
aber als ideales Gefäss für ausserfamiliäre und intergenerationelle Begegnungen an. Betrachtet man das
Thema «Generationen» in theologischer Perspektive, so zeigt sich, dass die Bibel eine fruchtbare Quelle
für die kirchlich-theologische Auseinandersetzung mit dem Thema Generationen ist. Erzählungen über Jesus
und seine Familie zeigen, dass dieser seine Gottesbeziehung über die Beziehungen zu seinen Verwandten gestellt
hat. Das Bild vom «einen Leib und den vielen Gliedern» verdeutlicht, wie wichtig das Zusammensein der
Verschiedenen in einer christlichen Gemeinde ist. Wird auf intergenerationelle Beziehungspflege wert gelegt, so wird
Gemeinde zur Erzähl- und Lerngemeinschaft und fördert die gegenseitige Anerkennung der Gemeindeglieder.
Im dritten Teil wird anhand eines konkreten Beispiels untersucht, welche Chancen und Schwierigkeiten sich in der
intergenerationellen Arbeit einer Kirchgemeinde ergeben. Am Beispiel der «Gemeindeferien mit vier
Generationen» der reformierten Kirchgemeinden Bern-Bümpliz und Bern-Bethlehem wird anhand von Interviews und
Analysen aufgezeigt, dass es möglich ist, kirchliche Arbeit so zu gestalten, dass die Gemeinde zu einem
Begegnungsort der Generationen wird.
ganzen Text herunterladen
|